Dienstag, 23. August 2016

Gelandeter SpaceX-Booster wird auf Firmengelände ausgestellt


Hier ein paar Bilder von der gestigen Aufrichtung aus verschiedenen Quellen im Netz:

(Quelle: Gene Blevins/LA Daily News)

(Quelle: Gene Blevins/LA Daily News)

(Quelle: Gene Blevins/LA Daily News)

(Quelle: Gene Blevins/LA Daily News)

(Quelle: Gene Blevins/LA Daily News)

(Quelle: Gene Blevins/LA Daily News)

(Quelle:reddit-Nutzer "Zucal")

(Quelle: Hans Fredrick Haas/SpaceX-Facebook-Gruppe)

(Quelle: Lee Hopkins)

(Quelle: Logan Sisca/flickr)

Dienstag, 16. August 2016

Angeblich erdähnlicher Planet in nächstgelegenem Sternensystem entdeckt

Wie Der Spiegel erfahren haben will, hat die Europäische Südsternwarte ESO einen Exoplaneten im Alpha Centauri System entdeckt, gut vier Lichtjahre entfernt.

Damit dieser Blog auch mal über etwas anderes als SpaceX (Anmerkung: die jüngste Mission war erneut ein voller Erfolg - einschließlich Landung der ersten Stufe, wovon es leider noch kein Video gibt) berichtet, hier also diese interessanten Neuigkeiten aus der Astronomie:

Anriss der Printversion des Spiegel

Artikel auf SPON

Die Entdeckung wurde mit dem La Silla Teleskop in der chilenischen Atacamawüste gemacht. Der Planet umkreist demnach Proxima Centauri, den uns nächstgelegenen Stern (Entfernung: 4,24 Lichtjahre oder 40.114.640.000.000 Kilometer). Dieser ist Teil eines Dreisternsystems, zusammen mit Alpha Centauri A und B. Bei Proxima Centauri handelt es sich um einen roten Zwergstern, der nur ein Viertausendstel so hell scheint wie unsere Sonne.

Dennoch scheint ihn der nun entdeckte Exoplanet in der so genannten bewohnbaren Zone zu umrunden, in der flüssiges Wasser auf der Oberfläche (und damit vielleicht Leben) möglich ist.

Wir leben - praktisch unbemerkt - in einem goldenen Zeitalter der Entdeckung: bislang sind ca. 4000 Planeten außerhalb unseres eigenen Sonnensystems bekannt (Bild: NASA).

Die ESO will sich Ende August offiziell äußern. Sollten die bislang veröffentlichten Informationen zutreffen, wäre dieser neu entdeckte Exoplanet wohl ein lohnendes Ziel für das Projekt Starshot.


Montag, 1. August 2016

Zum Mars mit "Apollo 13"-Regisseur Ron Howard

In einem Mix aus Doku und TV-Serie soll eine bemannte Marsmission im Jahr 2033 möglichst realistisch dargestellt werden. Neben einem fiktionalen Part gibt es Interviews unter anderem mit Elon Musk, "The Martian"-Autor Andy Weir und Mars-Urgestein Robert Zubrin.


Howard hat neben "Apollo 13" bereits mit der Miniserie "From the Earth to the Moon" (welche die Mondflüge unter verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet) unter Beweis gestellt, dass er ein Händchen für Raumfahrtthemen hat. Man darf also hoffen. Bis mindestens November müssen wir uns noch gedulden, dann startet die sechsteilige Serie in den USA. Ob und wann es eine deutsche Fassung geben wird, ist noch nicht bekannt.


SpaceX unterzieht gelandete Stufe dem Härtetest

SpaceX macht Ernst: Die im Mai gelandete Stufe hat ihre ersten drei full duration-Testzündungen hinter sich.

Dabei steht die Raketenstufe, wie im folgenden Video gut zu sehen, aufrecht und wird von einem Aufsatz, der wiederum mit Stahlseilen fixiert ist, am Boden gehalten. Die neun Triebwerke laufen dabei wie bei einer echten Mission über die volle Dauer von zweieinhalb Minuten.


Bisher hat F9-024 (so die interne Bezeichnung) drei solcher Testläufe hinter sich - innerhalb von drei Tagen. Firmenchef Elon Musk meint, dass eine bereits geflogene Stufe nach zehn erfogreichen Tests am Boden als für eine neue Mission qualifiziert gelten könne.
Übrigens gelang mit diesem Booster das Landemanöver zum ersten Mal auf einer Mission mit Ziel Geostationärer Erdorbit. Bei solchen Flügen muss die Stufe zwingend auf der von SpaceX eigens für diesen Zweck gebauten mobilen Plattform im Atlantik landen; für einen Rückflug an die Küste fehlt bei diesem Missionsprofil der Treibstoff. Die Rakete muss bei GEO-Missionen die größten Belastungen überstehen, verglichen mit Flügen in einer niedrige Umlaufbahn. Dass sich der gelandete Booster bisher so wacker schlägt stimmt daher optimistisch.


Samstag, 18. Juni 2016

Missionsziel erreicht, Landung gescheitert

Der jüngste Start der Falcon 9 am 15. Juni war erfolgreich, insoweit als die Kommunikationssatelliten an Bord planmäßig in einen geostationären Erdorbit befördert wurden. Dieses Mal misslang jedoch die Landung der ersten Stufe.

Nach vier erfolgreichen Landungen gibt es einen Dämpfer für SpaceX: Zwar erreichte die Stufe die Seeplattform im Atlantik, setzte dort jedoch mit zu hoher Geschwindigkeit auf. Als Ursache vermutet man bei SpaceX, dass eines der drei zur Landung eingesetzten Triebwerke nicht die vorgesehene Leistung erreichte. Ursache dafür wiederum könnte sein, dass der Flüssigsauerstoff an Bord zu früh verbraucht war. Ob die Stufe nach der Landung explodierte ist nicht klar; im Live-Video war zu sehen, wie sie für einige Sekunden aufrecht auf der Plattform steht, dann bricht die Übertragung ab.

Mittlerweile hat SpaceX ein weiteres Video veröffentlicht, hier die stabilisierte Version:


Es scheint, als wenn die Triebwerke aussetzen, als die Stufe nur noch wenige Meter über der Plattform schwebt. Die Schwerkraft tut das Übrige.

Spätestens wenn die Landeplattform in den Hafen einläuft wissen wir mehr.


Samstag, 11. Juni 2016

Musk: Erster Flug von Marsrakete für 2022 geplant

In einem neuen Interview mit der Washington Post vom 10. Juni finden sich ein paar neue Informationen zu den Marsplänen von SpaceX:

  • erster Flug des MCT (Mars Colonial Transport) soll 2022 erfolgen
  • ab 2018 regelmäßige (unbemannte) Flüge zum Mars (alle 26 Monate) mit Falcon Heavy + Dragon
  • mindestens zwei Starts zum Mars 2020
  • Nutzlasten für die Flüge (wissenschaftliche Experimente und Rover) sollen von Wissenschaftlern aus der ganzen Welt entwickelt werden
  • deutlich günstiger als bisherige Marsmissionen 
  • erste bemannte Mission soll im günstigsten Fall 2024 starten, Landung 2025; an Bord eine Minimalcrew um das Risiko zu minimieren
  • offizielle Präsentation der Missionsarchitektur weiterhin für September geplant 

https://www.washingtonpost.com/news/the-switch/wp/2016/06/10/elon-musk-provides-new-details-on-his-mind-blowing-mission-to-mars/

Red Dragon startet an der Spitze einer Falcon Heavy zum Mars (Bild: SpaceX)


Mittwoch, 8. Juni 2016

SpaceX-Update

Das Raumfahrt-Unternehmen von Elon Musk eilt derzeit von einem Erfolg zum nächsten. Ein Überblick.

Nach der ersten geglückten Landung einer Falcon-Hauptstufe auf einer Seeplattform im April waren auch die beiden nächsten Versuche im Mai erfolgreich. Bei letzteren handelte es sich um Flüge in eine geostationäre Umlaufbahn, was eine höhere Maximalgeschwindigkeit der zu landenden Stufe und knappere Treibstoffmargen bedeutet. Dass die Landungen trotzdem erfolgreich waren, bedeutet, dass SpaceX in Zukunft praktisch bei allen Missionen auf Wiederverwendbarkeit setzen wird.
Mittlerweile hat man nun insgesamt vier Stufen erfolgreich gelandet, drei auf der unbemannten Plattform im Atlantik und eine an Land im Dezember letzten Jahres.

Familienbild im Hangar. Gut zu erkennen: Die Stufe ganz rechts wurde bereits gereinigt. (Bild: SpaceX)

Firmenchef Musk geht mittlerweile von einem relaunch, also einer Wiederverwendung einer bereits geflogenen Stufe im September oder Oktober dieses Jahres aus. Zuvor hatte er noch, wie immer ganz Optimist, von einem Startdatum im Juni gesprochen.

Im folgenden noch zwei sehenswerte Videos, die die beiden Missionen im Mai dokumentieren:

 



Mars 2018

Die zweite große Entwicklung in Sachen SpaceX ist sicher die Ankündigung einer ersten (unbemannten) Mission zum Mars im Jahr 2018. Dafür soll eine "Red Dragon" getaufte Version der Dragon V2-Kapsel zum Einsatz kommen. Dragon soll bereits 2017 US-Astronauten zur ISS befördern, erstmals seit Ende des Space Shuttle Programms wieder von amerikanischem Boden aus - derzeit müssen die Amerikaner Plätze an Bord der russischen Soyuz kaufen.
Red Dragon wird statt mit Fallschirmen oder Airbags mit Hilfe seiner Draco-Triebwerke auf dem Mars landen, ähnlich den Viking-Landern der 70er Jahre (diese waren allerdings deutlich leichter). Sollte dies gelingen wäre das eine wichtige Technologiedemonstration für die Landung noch größerer Nutzlasten, wie sie für bemannte Missionen benötigt würden. Laut Musk sollen während der Startfenster in der Zeit nach 2018 weitere Missionen folgen (d.h. ca. alle zwei Jahre).
Die NASA kooperiert für die Red Dragon-Mission bereits aktiv mit SpaceX.

Möglicherweise wird diese Kooperation noch weit größere Dimensionen annehmen, wenn SpaceX im September seine Pläne für bemannte Marsmissionen offiziell vorstellt. Das bemannte Marsprogramm der NASA ist nämlich, trotz aller PR-Verlautbarungen, praktisch nicht existent. Die offizielle Sprachregelung von einer bemannten Landung Ende der 2030er Jahre kann man getrost ignorieren. Interne NASA-Dokumente konkretisieren das auf 2039 und da ein derartiges Großprojekt noch nie den Zeitplan eingehalten hat, kann man sicher sein, dass es frühestens in den 40er Jahren so weit sein würde.
Elon Musk hat dagegen erst vor einigen Tagen erneut bekräftigt, dass er 2024 als Startdatum für die erste bemannte Mission weiterhin für realistisch hält. Nun ist sicher jedem, der sich bereits etwas länger mit Musk und seinen Projekten beschäftigt, klar, dass es sich dabei bestenfalls um einen groben Richtwert handelt und dass es meistens doch deutlich länger dauert, bis Musks Visionen Wirklichkeit werden. Aber auch bei größeren Verzögerungen ist absehbar, dass SpaceX mindestens ein Jahrzehnt vor der NASA den Mars erreichen könnte. Am wahrscheinlichsten ist aber, dass es am Ende auf ein gemeinsames Projekt hinauslaufen wird, welches die finanziellen Mittel der NASA mit der Effizienz von SpaceX verbindet. Das wäre jedenfalls sehr zu hoffen.

Red Dragon auf der Marsoberfläche (Bild: SpaceX)