Montag, 1. August 2016

Zum Mars mit "Apollo 13"-Regisseur Ron Howard

In einem Mix aus Doku und TV-Serie soll eine bemannte Marsmission im Jahr 2033 möglichst realistisch dargestellt werden. Neben einem fiktionalen Part gibt es Interviews unter anderem mit Elon Musk, "The Martian"-Autor Andy Weir und Mars-Urgestein Robert Zubrin.


Howard hat neben "Apollo 13" bereits mit der Miniserie "From the Earth to the Moon" (welche die Mondflüge unter verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet) unter Beweis gestellt, dass er ein Händchen für Raumfahrtthemen hat. Man darf also hoffen. Bis mindestens November müssen wir uns noch gedulden, dann startet die sechsteilige Serie in den USA. Ob und wann es eine deutsche Fassung geben wird, ist noch nicht bekannt.


SpaceX unterzieht gelandete Stufe dem Härtetest

SpaceX macht Ernst: Die im Mai gelandete Stufe hat ihre ersten drei full duration-Testzündungen hinter sich.

Dabei steht die Raketenstufe, wie im folgenden Video gut zu sehen, aufrecht und wird von einem Aufsatz, der wiederum mit Stahlseilen fixiert ist, am Boden gehalten. Die neun Triebwerke laufen dabei wie bei einer echten Mission über die volle Dauer von zweieinhalb Minuten.


Bisher hat F9-024 (so die interne Bezeichnung) drei solcher Testläufe hinter sich - innerhalb von drei Tagen. Firmenchef Elon Musk meint, dass eine bereits geflogene Stufe nach zehn erfogreichen Tests am Boden als für eine neue Mission qualifiziert gelten könne.
Übrigens gelang mit diesem Booster das Landemanöver zum ersten Mal auf einer Mission mit Ziel Geostationärer Erdorbit. Bei solchen Flügen muss die Stufe zwingend auf der von SpaceX eigens für diesen Zweck gebauten mobilen Plattform im Atlantik landen; für einen Rückflug an die Küste fehlt bei diesem Missionsprofil der Treibstoff. Die Rakete muss bei GEO-Missionen die größten Belastungen überstehen, verglichen mit Flügen in einer niedrige Umlaufbahn. Dass sich der gelandete Booster bisher so wacker schlägt stimmt daher optimistisch.


Samstag, 18. Juni 2016

Missionsziel erreicht, Landung gescheitert

Der jüngste Start der Falcon 9 am 15. Juni war erfolgreich, insoweit als die Kommunikationssatelliten an Bord planmäßig in einen geostationären Erdorbit befördert wurden. Dieses Mal misslang jedoch die Landung der ersten Stufe.

Nach vier erfolgreichen Landungen gibt es einen Dämpfer für SpaceX: Zwar erreichte die Stufe die Seeplattform im Atlantik, setzte dort jedoch mit zu hoher Geschwindigkeit auf. Als Ursache vermutet man bei SpaceX, dass eines der drei zur Landung eingesetzten Triebwerke nicht die vorgesehene Leistung erreichte. Ursache dafür wiederum könnte sein, dass der Flüssigsauerstoff an Bord zu früh verbraucht war. Ob die Stufe nach der Landung explodierte ist nicht klar; im Live-Video war zu sehen, wie sie für einige Sekunden aufrecht auf der Plattform steht, dann bricht die Übertragung ab.

Mittlerweile hat SpaceX ein weiteres Video veröffentlicht, hier die stabilisierte Version:


Es scheint, als wenn die Triebwerke aussetzen, als die Stufe nur noch wenige Meter über der Plattform schwebt. Die Schwerkraft tut das Übrige.

Spätestens wenn die Landeplattform in den Hafen einläuft wissen wir mehr.


Samstag, 11. Juni 2016

Musk: Erster Flug von Marsrakete für 2022 geplant

In einem neuen Interview mit der Washington Post vom 10. Juni finden sich ein paar neue Informationen zu den Marsplänen von SpaceX:

  • erster Flug des MCT (Mars Colonial Transport) soll 2022 erfolgen
  • ab 2018 regelmäßige (unbemannte) Flüge zum Mars (alle 26 Monate) mit Falcon Heavy + Dragon
  • mindestens zwei Starts zum Mars 2020
  • Nutzlasten für die Flüge (wissenschaftliche Experimente und Rover) sollen von Wissenschaftlern aus der ganzen Welt entwickelt werden
  • deutlich günstiger als bisherige Marsmissionen 
  • erste bemannte Mission soll im günstigsten Fall 2024 starten, Landung 2025; an Bord eine Minimalcrew um das Risiko zu minimieren
  • offizielle Präsentation der Missionsarchitektur weiterhin für September geplant 

https://www.washingtonpost.com/news/the-switch/wp/2016/06/10/elon-musk-provides-new-details-on-his-mind-blowing-mission-to-mars/

Red Dragon startet an der Spitze einer Falcon Heavy zum Mars (Bild: SpaceX)


Mittwoch, 8. Juni 2016

SpaceX-Update

Das Raumfahrt-Unternehmen von Elon Musk eilt derzeit von einem Erfolg zum nächsten. Ein Überblick.

Nach der ersten geglückten Landung einer Falcon-Hauptstufe auf einer Seeplattform im April waren auch die beiden nächsten Versuche im Mai erfolgreich. Bei letzteren handelte es sich um Flüge in eine geostationäre Umlaufbahn, was eine höhere Maximalgeschwindigkeit der zu landenden Stufe und knappere Treibstoffmargen bedeutet. Dass die Landungen trotzdem erfolgreich waren, bedeutet, dass SpaceX in Zukunft praktisch bei allen Missionen auf Wiederverwendbarkeit setzen wird.
Mittlerweile hat man nun insgesamt vier Stufen erfolgreich gelandet, drei auf der unbemannten Plattform im Atlantik und eine an Land im Dezember letzten Jahres.

Familienbild im Hangar. Gut zu erkennen: Die Stufe ganz rechts wurde bereits gereinigt. (Bild: SpaceX)

Firmenchef Musk geht mittlerweile von einem relaunch, also einer Wiederverwendung einer bereits geflogenen Stufe im September oder Oktober dieses Jahres aus. Zuvor hatte er noch, wie immer ganz Optimist, von einem Startdatum im Juni gesprochen.

Im folgenden noch zwei sehenswerte Videos, die die beiden Missionen im Mai dokumentieren:

 



Mars 2018

Die zweite große Entwicklung in Sachen SpaceX ist sicher die Ankündigung einer ersten (unbemannten) Mission zum Mars im Jahr 2018. Dafür soll eine "Red Dragon" getaufte Version der Dragon V2-Kapsel zum Einsatz kommen. Dragon soll bereits 2017 US-Astronauten zur ISS befördern, erstmals seit Ende des Space Shuttle Programms wieder von amerikanischem Boden aus - derzeit müssen die Amerikaner Plätze an Bord der russischen Soyuz kaufen.
Red Dragon wird statt mit Fallschirmen oder Airbags mit Hilfe seiner Draco-Triebwerke auf dem Mars landen, ähnlich den Viking-Landern der 70er Jahre (diese waren allerdings deutlich leichter). Sollte dies gelingen wäre das eine wichtige Technologiedemonstration für die Landung noch größerer Nutzlasten, wie sie für bemannte Missionen benötigt würden. Laut Musk sollen während der Startfenster in der Zeit nach 2018 weitere Missionen folgen (d.h. ca. alle zwei Jahre).
Die NASA kooperiert für die Red Dragon-MIssion bereits aktiv mit SpaceX.

Möglicherweise wird diese Kooperation noch weit größere Dimensionen annehmen, wenn SpaceX im September seine Pläne für bemannte Marsmissionen offiziell vorstellt. Das bemannte Marsprogramm der NASA ist nämlich, trotz aller PR-Verlautbarungen, praktisch nicht existent. Die offizielle Sprachregelung von einer bemannten Landung Ende der 2030er Jahre kann man getrost ignorieren. Interne NASA-Dokumente konkretisieren das auf 2039 und da ein derartiges Großprojekt noch nie den Zeitplan eingehalten hat, kann man sicher sein, dass es frühestens in den 40er Jahren so weit sein würde.
Elon Musk hat dagegen erst vor einigen Tagen erneut bekräftigt, dass er 2024 als Startdatum für die erste bemannte Mission weiterhin für realistisch hält. Nun ist sicher jedem, der sich bereits etwas länger mit Musk und seinen Projekten beschäftigt, klar, dass es sich dabei bestenfalls um einen groben Richtwert handelt und dass es meistens doch deutlich länger dauert, bis Musks Visionen Wirklichkeit werden. Aber auch bei größeren Verzögerungen ist absehbar, dass SpaceX mindestens ein Jahrzehnt vor der NASA den Mars erreichen könnte. Am wahrscheinlichsten ist aber, dass es am Ende auf ein gemeinsames Projekt hinauslaufen wird, welches die finanziellen Mittel der NASA mit der Effizienz von SpaceX verbindet. Das wäre jedenfalls sehr zu hoffen.

Red Dragon auf der Marsoberfläche (Bild: SpaceX)



Mittwoch, 1. Juni 2016

Schülerwettbewerb Ideenflug von Airbus

Ein bisschen Nachwuchs-Rekrutierung... to whom it may concern:




Ihr habt lauter tolle und innovative Ideen für den Luft- und Raumfahrtbereich und denkt schon lange darüber nach wie man diesen Bereich effektiver, sicherer oder umweltschonender gestalten könnte? Dann seid ihr beim Schülerwettbewerb "Ideenflug" der Airbus Group genau richtig. Denn hier suchen wir eure Ideen! Was genau gesucht wird und was ihr bei einer Teilnahme beachten müsst findet ihr hier nochmal kurz und knapp zusammengefasst. Wir freuen uns auf eure Beiträge!

x x x  Was wird gesucht? x x x

 In diesem Wettbewerb geht es um zwei Dinge: ums Fliegen und um eure Ideen! Deshalb heißt der Wettbewerb „Ideenflug!“ Die Frage ist also: Was sind Ideen für die Zukunft der Luft- und Raumfahrt? Wie fliegen und reisen wir künftig am Himmel und im All? Die Jury freut sich auf Wettbewerbsbeiträge, die die Luft- und Raumfahrt umweltfreundlicher, effizienter, komfortabler, sicherer und schneller machen. Gefragt sind kleine und große Ideen.

x x x  Wie kann ein Wettbewerbsbeitrag aussehen? x x x  

Teilnahmebeiträge können auf der Internetseite des Wettbewerbs www.airbusgroup-ideenflug.de hochgeladen werden. Das können Texte sein, Fotos, aber auch Videos, Audiodateien, Präsentationen, Bilder und Grafiken. Modelle können postalisch eingereicht werden.


x x x  Wer kann mitmachen? x x x

Mitmachen können alle Schüler zwischen 12 und 18 Jahren. Bewerben können sich Teams von zwei bis fünf Schülern! Auch mehrere Teams aus einer Schul-AG, Schulklasse, außerschulischen Arbeitsgemeinschaft, zum Beispiel in einem Jugendclub oder Verein sind erlaubt.

x x x Was gibt es zu gewinnen? x x x 

Unter allen Wettbewerbsbeiträgen wählt eine Jury zehn Teams aus für den Endausscheid und die Preisverleihung im Herbst in Berlin.  Es werden ein Hauptgewinn, zwei Sonderpreise und 5.000 Euro Preisgeld vergeben. Alle Reise- und Übernachtungskosten sind inklusive.

x x x Wann muss der Beitrag fertig sein? x x x 

Einsendeschluss ist der 16. September 2016.

Mehr Informationen stehen auf der Webseite www.airbusgroup-ideenflug.de bereit. Außerdem steht dort ein downloadbares Informationsblatt bereit, auf dem das Wichtigste nochmals kompalt zusammengefasst ist www.airbusgroup-ideenflug.de/mediabase/pdf/670.p

Noch Fragen?! Dann einfach an:

Lydia Georgi  
Ideenflug-Wettbewerbsbüro 
www.facebook.com/AirbusGroupIdeenflug – Gefällt mir      

Betreut wird der Schülerwettbewerb Ideenflug von:

jungvornweg  Verlag für Kinder- und Jugendkommunikation  
Loschwitzer Straße 13   
01309 Dresden    
Tel. 0351 65698401  
Fax 0351 65698402  

 ideenflug@jungvornweg.de   
www.airbusgroup-ideenflug.de  



Samstag, 9. April 2016

SpaceX gelingt Landung auf Plattform im Ozean

Eine Mission wie aus dem Bilderbuch: Die erste Stufe der Falcon 9 landet sicher auf einem unbemannten Schiff im Atlantik, Dragon auf dem Weg zur ISS

Nach mehreren missglückten Versuchen (zwei davon nur knapp gescheitert) ist es SpaceX mit der CRS 8-Mission zum ersten mal gelungen, die Hauptstufe der Falcon 9-Trägerrakete auf einer eigens für diesen Zweck gebauten Plattform zu landen. Nachdem sie ohne Verzögerungen von Cape Canaveral in Florida gestartet war, beschleunigte die erste Stufe zunächst die Oberstufe samt Nutzlast auf ca. 7000 km/h, um dann mit Hilfe mehrerer Bremsmanöver die Landezone anzusteuern. Die von SpaceX als ASDS (Autonomous Spaceport Drone Ship) bezeichnete Landeplattform hatte in der Vergangenheit bereits mehrere Bruchlandungen über sich ergehen lassen müssen, doch gestern lief alles glatt: Bei nicht unerheblichem Wellengang setzte die Stufe, auf einem Feuerstrahl reitend, auf dem schwankenden Deck auf.


Bereits im Dezember 2015 war eine Landung an Land geglückt. Das noch deutlich anspruchsvollere Manöver über dem Wasser ermöglicht SpaceX die Wiederverwendung der ersten Stufe auch bei Missionen, für die besonders viel Treibstoff benötigt wird und bei denen ein Rückflug zum Festland somit nicht möglich ist.

Das Hauptziel der Mission war der Transport von wissenschaftlichen Nutzlasten an Bord der Dragon-Kapsel zur Raumstation ISS. Vor allem das aufblasbare BEAM (Bigelow Expandable Activity Module)-Modul von Bigelow Aerospace ist interessant. Damit wird dieses neuartige Konzept zum ersten mal im Weltraum getetest:


Auf der Pressekonferenz nach dem Start sagte Firmengründer Elon Musk, dass man das ASDS mit der Falcon-Stufe an Bord am Sonntag im Hafen zurückerwarte. Möglicherweise könnte diese Stufe sogar die erste sein, die zum zweiten mal abhebt: Nach 10 erfolgreichen Testzündungen wäre sie qualifiziert für einen erneuten Start im Juni. Die Stufe, die im Dezember gelandet war, wird voraussichtlich bald auf dem Firmengelände in Hawthorne (Kalifornien) ausgestellt werden. Musk schätzt, dass eine Hauptstufe 10-20 mal wiederverwendet werden kann, nach einer Generalüberholung sogar 100 mal.

Musk sagte, er hoffe, dass andere Anbieter in Zukunft ebenfalls auf Wiederverwendbarkeit setzen werden. SpaceX denkt bereits darüber nach, wie auch die Nutzlastverkleidung wiederverwendet werden könnte, diese kostet immerhin mehrere Millionen Dollar. Das kommende MCT (Mars Colonial Transport)-System soll sowieso von Anfang an komplett wiederverwendbar sein. Auch dazu machte Musk eine Bemerkung: Die Präsentation der Marspläne im September werde "unterhaltsam" sein.

Kurz nach der Landung (Bild: SpaceX)